Erfolgsfaktor Personalmanagement: FHWS-Studierende präsentieren Handlungsempfehlungen

07.07.2021 | fhws.de, Pressemeldung, FWiWi
Mitarbeitermotivation sowie Fortbildung stehen im Fokus von Unternehmen und Institutionen

Gewinnung, Motivation, Bindung, Fortbildung von Mitarbeitenden – das Personalmanagement nimmt eine zentrale Position in Unternehmen und Institutionen ein. Wie man Mitarbeitende ansprechen bzw. in ihrer Tätigkeit entwickeln kann, haben rund fünfzig Studierende an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt aufgezeigt. In ihrer Abschlusspräsentation präsentierten die Teilnehmenden des Schwerpunktes Personalmanagement der Fakultät Wirtschaftswissenschaften Aufgaben sowie Resultate und Handlungsempfehlungen.

Professorin Dr.-Ing. Christine Wegerich leitet diesen Schwerpunkt. In jeweils zwanzig Minuten erläuterten die vier Teams ihre Herangehensweisen auf Basis der sogenannten agilen Projektmethode „Scrum“, einem Modell des Projekt- und Produktmanagements. Ziel dieses Semesterprojektes sei es, so Wegerich, den Studierenden eine wissenschaftliche, interdisziplinäre Handlungsfähigkeit durch ein projekt- und prozessorientiertes Vorgehen zu vermitteln. Sie nehmen aktuelle Fragestellungen der Wirtschaft auf und entwickeln im Team und unter konkreten Zeit- sowie Zielvorgaben, mit Modellen und Methoden individuelle Lösungsansätze in Zusammenarbeit mit bundesweiten Kooperationspartnerinnen und -partnern. Dabei steht auch die persönliche Weiterentwicklung durch kontinuierliche Reflexion im Fokus.

Für den ersten Projektfallgeber, die Wirtschaftskanzlei Deloitte Legal, realisierten zwölf Studierende ein Konzept zur „Analyse des Employer Branding für eine gezielte Bewerberansprache und Entwicklung von Handlungsstrategien“. Die Studierenden folgten den Prozess-Schritten – angefangen von der Agenda, der Vorstellung des Projektfallgebers sowie des Auftrages, Umfragen und Interviews bis hin zu den abschließenden Lösungsansätzen. In Befragungen fand das Team u.a. heraus, dass 66 Prozent der Studierenden sich schon während ihres Studiums Kontakt zu möglichen Arbeitgebenden wünschen, z.B. in Form von Vorträgen und Fachtagungen, Events mit Studierenden sowie Job- und Hochschulmessen. Sie empfahlen der Wirtschaftskanzlei,

  • die jungen Akademikerinnen und Akademiker schon während der Studienabschlussphase zu fördern
  • die Arbeitgebenden-Eigenschaften darzustellen (kollegiale Atmosphäre, Aufstiegsmöglichkeiten, Weiterbildung) sowie
  • bei Stellenausschreibungen auf ihre Benefits hinzuweisen, z.B. auf Karrierechancen, das Arbeitsleben in der Kanzlei sowie Homeoffice-Möglichkeiten

Die IT-Beratung Kybeidos kam mit der Themenstellung der „Personalentwicklung: Lernen und Arbeiten im prozessorientierten Umfeld dauerhaft und gelingend verbinden" auf elf Studentinnen der FHWS zu. Zur Situation: Nach der Neuorganisation des Unternehmens mit neu gegründeten Teams bestehe der Wunsch sowie die Notwendigkeit, diese zielgerichtet zu fördern, Mitarbeitende zu binden sowie Bewerberinnen und Bewerber zu gewinnen. Zudem solle ein neues Weiterbildungskonzept die Markt- und Innovationsfähigkeit von Kybeidos sowie die Motivation der einzelnen Teams stärken. Die Studierenden erstellten daraufhin auf Basis einer Analyse, Online-Fragebögen sowie Interviews ein Weiterbildungskonzept, das individuell abgestimmt ist auf die Rahmenbedingungen der IT-Beratenden während ihrer Berufstätigkeit. Als die drei elementaren Weiterbildungsthemen listeten sie technische Kompetenzen, Fach- und Methoden-Knowhow sowie Führungsqualifikationen auf. Gelernt werden könne zu 70 Prozent durch Erfahrungen, zu 20 Prozent durch Austausch mit weiteren Mitarbeitenden und zu 10 Prozent durch Weiterbildungsmaßnahmen und Trainingsangebote.

Herausforderung für das Team 3 mit zwölf Teilnehmenden bestand in der „Entwicklung eines Konzepts des betrieblichen Gesundheitsmanagements" für das Gesundheitszentrum Casa Medica. Aufbauend auf dem „transaktionalen Stressmodell nach Lazarus“ – einem Modell, nach dem Stress-Situationen als Prozesse zwischen den Anforderungen der Situation und der agierenden Person verstanden werden – kann man diesen durch ein gezieltes Gesundheitsmanagement entgegenwirken. Die Studierenden interviewten die Beauftragten für das betriebliche Gesundheitsmanagement u.a. im Handel, in der Industrie, im öffentlichen Dienst sowie im Bankenwesen, welche Methoden der Stressbewältigung bekannt seien und wie viele Arbeitnehmende von sich aus nach Entspannungsmöglichkeiten gefragt hätten. Darüber hinaus wurden die Unternehmen gefragt, welche Kriterien sie anlegten, um z.B. die im Casa Medica verwendete audiovisuelle Wahrnehmungsförderungmethode (AVWF-Methode) im Unternehmen zu etablieren. Abschließend erstellten die jungen Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler einen OnePager mit Angeboten des Naturheilsanatoriums.

Das Berufsbildungswerk Waiblingen hatte folgenden Wunsch an die Studierenden formuliert: „Wir sind ein Team - Arbeitszufriedenheit und Unternehmenskommunikation in der Belegschaft des Berufsbildungswerkes Waiblingen“. Hausinterne Kommunikationsabläufe und -prozesse sollten optimiert werden, um zu einer hohen Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu führen. Die Studierenden befragten daraufhin die Belegschaft und erstellten auf Basis der Angaben verschiedene Angebote. Zu ihnen zählen u.a. eine Mitarbeitenden-App, ein Networking Lunch in der Mittagspause, ein Social Intranet sowie kollegiale Beratung. Auf diesen Wegen könnten aktuelle Geschehnisse, Entwicklungen und Pläne allen Mitarbeitenden zugänglich gemacht und die Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen gewährleistet werden.

Über ein sogenanntes Mentimeter konnten die Teilnehmenden zum Abschluss der Präsentationen individuelle Antworten auf die offenen Fragen geben, wie sie die Präsentationen und Handlungsempfehlungen aufgenommen haben. Anschließend nutzten Gäste, Projektfallgeberinnen und -geber sowie Studierende die Gelegenheit zu einem informellen wie persönlichen Austausch auf dem digitalen „Marktplatz“.

Kontakt: Hochschule Würzburg-Schweinfurt

Fakultät Wirtschaftswissenschaften

Schwerpunkt Personalmanagement

Prof. Dr.-Ing. Christine Wegerich

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