Bei Klick auf die Grafik "50 Jahre FHWS" erfolgt die Weiterleitung zur Unterseite "50 Jahre FHWS"

„Es ist etwas aus uns geworden!“: Alumni des Studienabschlusses 1972 besuchen die FHWS

15.07.2022 | fhws.de, Pressemeldung
Elektrotechnik-Studierende begannen am Balthasar-Neumann-Technikum und schlossen an Fachhochschule ab

Ein Studium in einer wechselvollen Zeit – dies können die Alumni der Allgemeinen Elektrotechnik für sich beanspruchen. Sie schrieben sich 1968 am Balthasar-Neumann-Technikum, einer Vorgänger-Institution der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, ein und erhielten ihre akademischen Abschlüsse vor fünfzig Jahren 1972 an der neu gegründeten Fachhochschule.

FHWS-Präsident Prof. Dr. Robert Grebner begrüßte die Gäste an der FHWS am Standort in Würzburg. Ehe er die zahlreichen Alumni des Abschluss-Jahrgangs 1972 zu einem Rundgang in verschiedene Labore und Räumlichkeiten einlud, gab Michael Strauch in Vertretung des erkrankten ehemaligen Semestersprechers Heinrich Hain einen kleinen historischen Rückblick.

„Wir alle sind gerne zu den Vorlesungen in das damalige Balthasar-Neumann-Polytechnikum gekommen. Wir hatten in unserem Studium einen exzellenten Lehrkörper kennengelernt, der in die Zeit passte. Mit uns kamen auch neue, junge Dozenten mit Erfahrung aus der Industrie wie Dr. Knauf, Dipl.-Ing. Czinzak, Dipl-Ing. Remmel und Dipl.-Ing. Kaupp – verbeamtet als sog. Bauräte.“

Auch zu den Studieninhalten ließ sich der Alumus ein: „Wir lernten noch die Elektronenröhre kennen, aber auch Transistoren, Thyristoren, LED, integrierte Schaltungen, Operationsverstärker, usw. Bei den soliden und altgedienten Dozenten wie H. Rühling, H. Leskin, H. Petri lernten wir das Grundwissen in Konstruktion, Physik, Chemie, Mathematik. Auch Wirtschaft, Arbeit und Soziales wurde gelehrt von Herrn Ramloch, der dann altersbedingt durch H. Dr. Fechner abgelöst wurde.“

Andere Zeiten, gleiches Lehr- und Lernklima an der FHWS

Strauch erläutert das Lehr- und Lernklima der damaligen Studienzeit: „Es herrschte eine gute Lernatmosphäre, und es bestand ein hervorragender, menschlicher Kontakt zu unseren Dozenten.“ Zum Leben außerhalb der Hörsäle ergänzte er: „Außerhalb der FH lernten wir gemeinsam in Gruppen und besuchten Kinos, Studentenkeller, und natürlich feierten wir auch zusammen. Viele lernten in dieser Zeit ihre Partnerin kennen. Es war eine gute Semester-Gemeinschaft.“

Die Leistungsansprüche an die Studierenden waren damals wie heute hoch: „Geschenkt wurde uns nichts: Nach dem 1. Semester waren die hinteren drei Bankreihen nicht mehr besetzt. Eine von H. Czinzak prophezeite und gewollte Auslese.“

Die Alumni durchliefen ihr Studium in einer wechselvollen Zeit der Studierendenunruhen Ende der Sechziger Jahre. Die Fachhochschule wurde 1971 gegründet in einer Ära, in der Proteste und Bildungsreformen die Politik bestimmten: Es wurde plädiert für eine Aufwertung der Ausbildung, weitere bildungspolitische Maßnahmen und eine Liberalisierung der Gesellschaft. Michael Strauch: „Wir haben uns an dieser Protestbewegung beteiligt und haben ein Semester wiederholt als Folge des sog. Streiksemesters.“ Ihre akademischen Abschluss-Zeugnisse erhielten sie vor fünfzig Jahren 1972 in den Räumen der neugegründeten Fachhochschule.

Hochschulabschluss – und dann?

Erfreut konnte Michael Strauch seine Ausführungen schließen mit der Aussage: „Es ist etwas aus uns geworden!“ Ein Drittel des Semesters ging im Anschluss an das Studium in die Industrie, das zweite Drittel fand Aufnahme in staatlichen Stellen, das letzte Drittel habe weiterstudiert und sich dann erfolgreich auf Tätigkeiten beim Staat beworben.