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Kombinierte Geriatrie und Altenpflege in China mit Inspiration aus dem IMES Schweinfurt

30.07.2018 | fhws.de, Pressemeldung, FE
Eröffnung eines multidisziplinären, geriatrischen Krankenhauses: Informationsaustausch mit dem Institut für Medizintechnik

Das Institut für Medizintechnik Schweinfurt (IMES) an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt pflegt einen langjährigen deutsch-chinesischen Informationsaustauch im Bereich der Geriatrie. Neu eröffnet wurde ein modernes, multidisziplinäres, geriatrisches Krankenhaus mit kombinierter Altenpflege unter einem Dach in Shenyang, China.

Der demographische Wandel stellt China, ähnlich wie Deutschland, vor große Herausforderungen: Während in Deutschland derzeit bereits etwa 22 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt sind, beträgt der relative Anteil der über 65-jährigen Bewohner in China erst 11.4 Prozent. Wegen der großen chinesischen Gesamtbevölkerung übersteigt die absolute Anzahl der Senioren in China jedoch diejenigen in Deutschland fast um das Doppelte.

Im Rahmen der „Belt and Road International Medical Education Alliance (BRIMEA)“ besuchte Professor Dr. Walter Kullmann, Leiter des Instituts für Medizintechnik Schweinfurt (IMES), das im Mai 2017 neu eröffnete private Krankenhaus „Liaoning Zhongzhi Shengjing Hospital of Geriatrics“ in Shenyang, China.

Immer stärker, so Kullmann, rückt im internationalen Umfeld die Integration von umfassender medizinischer Versorgung und Altenpflege in den Mittelpunkt der Bemühungen. Multidisziplinäre Teams aus Ärzten, Therapeuten und Pflegern bemühen sich um die individualisierte Gesundheit und gleichzeitig um die Verbesserung der Lebensqualität der Senioren.

Ein futuristisches Beispiel für dieses Paradigma stellt das im vergangenen Jahr eröffnete Krankenhaus „Liaoning Zhongzhi Shengjing Hospital of Geriatrics“ mit integriertem Altenheim dar. Es ist das erste Krankenhaus in China mit der Integration von medizinischer Versorgung älterer Menschen und Altenpflege. In zwei 22 Stockwerke hohen Zwillingsgebäuden mit einer Gesamtnutzfläche von 76.000 Quadratmetern, einer Fläche, die der Größe von fast 19 Fußballfeldern entspricht, sind neben klinischen Abteilungen für Geriatrie, Kardiologie, Neurologie, fachübergreifende Chirurgie, Endokrinologie und Gastroenterologie auch eine Rehabilitationsklinik, die traditionelle chinesische Medizin und eine telemedizinische Einrichtung eng miteinander verzahnt.

„Deutsche Technologie – Nutzen für alle“ steht in großen chinesischen Lettern als Überschrift auf einer Wandtafel am Eingang zur Abteilung für Hämatologie. Verschiedene Therapiesysteme, z.B. Geräte für die Ozon-Therapie, von deutschen medizintechnischen Herstellerfirmen genießen, so der IMES-Leiter, hohes Ansehen.

Neben Therapieeinrichtungen mit Akupunktur, Schröpfen, Wärme- und Hitzebehandlung sowie heißen Bädern der traditionellen chinesischen Medizin stehen moderne bildgebende Systeme wie die digitale Radiographie, Computertomographie und Magnetresonanztomographie als Vertreter von Hightech-Diagnosesystemen der westlichen Medizin.

Im Bereich der Pflege, so Kullmann weiter, werden den Senioren neben wohnlichen, mit warmer Innenarchitektur eingerichteten Zimmern offene bepflanzte Innenhöfe zur Gymnastik und zum Entspannen, ein weitläufiger Wintergarten mit Bachlauf sowie aktive Zentren zur Mal- und Musiktherapie zur Verfügung gestellt. Das integrierte Zentrum für Telemedizin ermöglicht die digitale Vernetzung zum Austausch medizinischer Daten mit Krankenhäusern in der Umgebung und im weiten Land.

Professor Kullmann diskutierte bei seinem Besuch mit Ärzten und der Geschäftsleitung des Krankenhauses über mögliche zukünftige internationale Kooperationen in der Ausbildung und in der Forschung.