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„Konzeptathon“ in Lohr: Rund 160 Studierende entwickeln Lösungsansätze für bürgernahe Themen

20.05.2019 | fhws.de, Pressemeldung, FAS, FIW, FWI
Wissenschaft nicht im Elfenbeinturm, sondern im Starthouse Spessart, im Alten Rathaus, im Pfarrhaus und im Bettenhaus

Rund 160 Studierende der Hochschule Würzburg-Schweinfurt und Bremerhaven erarbeiteten innerhalb von zwölf Stunden in einem so genannten „Konzeptathon“ (angelehnt an einen „Hackathon“, bei dem Teilnehmer in einem festen Zeitrahmen Software-Produkte entwickeln) Lösungsansätze zu dreißig Themen der Region Main-Spessart bzw. der Stadt Lohr am Main. Wissenschaft findet hierbei in einem außergewöhnlichen Format statt – zum einen nicht abgeschottet im vielzitierten Elfenbeinturm, sondern direkt in der Stadt im Starthouse Spessart, im Pfarrhaus, im Alten Rathaus sowie im Bettenhaus. Des Weiteren beteiligen sich Studierende national (Würzburg-Schweinfurt und Bremerhaven) und international (Deutschland und Indien) interdisziplinär zusammen aus vier Studiengängen (E-Commerce, Soziale Arbeit, Management im Gesundheitswesen sowie Wirtschaftsingenieurwesen). Und zum anderen wird nicht ÜBER die Bürger und ihre Anliegen gesprochen, sondern MIT ihnen: Rund zwanzig Lohrer nahmen am Konzeptathon ebenso teil sowie Mitarbeiter ansässiger Unternehmen und der Stadt Lohr.

Die Themen, denen sich die Konzeptathon-Teilnehmer widmeten, hatten vier Schwerpunkte: Während im Pfarrhaus soziale Themen im Fokus standen (Lohr für Jugend bzw. für Senioren attraktiver machen, Inklusion in Main-Spessart fördern), stand im Alten Rathaus der Aspekt der Gesundheit im Mittelpunkt (Gesund werden / bleiben in Lohr / Main-Spessart, Wohin zum Entbinden). Im Starthouse Spessart entwickelten Studierende und Bürger Ideen zu Wirtschaftsthemen (flexible Mobilität in Lohr / Main-Spessart, Startup-Szene Main-Spessart, Sterben der Innenstadt -Leerstände bremsen, Attraktivität fördern), im Bettenhaus wurde in den Teams ebenfalls ein Wirtschaftsaspekt beleuchtet: online fühlen.

Die Studierendenteams fanden ihre jeweiligen Aufgabenstellungen in englischer Sprache sowie Hintergrund-Informationen auf den Tischen vor, zudem erhielten sie Präsentationsmaterialien und Internet-Zugänge. Gearbeitet wurde nach dem Ansatz des Design Thinking, bei dem Personen verschiedener Fachrichtungen zusammenkommen, deren Ziel es ist, Lösungsansätze zu finden, die die Anwender überzeugt. Erste Fragestellungen wurden im Raum im Team notiert, Recherchen im Internet realisiert, Interviews über Telefonate oder direkt auf den Straßen Lohrs durchgeführt.

Die am Projekt beteiligten Professoren (Dr. Ulrich Gartzke, Dr. Sven Warnke, Diplom-Sozialpädagoge Thomas Peters, Dr. Uwe Sponholz, Dr. Michael Müßig und Dr. Nicholas Müller) erläuterten das wissenschaftliche Vorgehen: „Interdisziplinäres Arbeiten über Studiengänge und Kulturen hinweg wird gerade bei der Erarbeitung technischer (digitaler) und organisatorischer (serviceorientierter) Innovationen immer wichtiger. Nach einigen kleinen Vorläufern wird nun Folgendes versucht: Die vollständig diversifizierten Teams arbeiten in Gruppenstärken von ca. fünf bis sechs Personen an vier Standorten innerhalb Lohrs in zwölf Stunden an Themenstellungen und generieren damit im Bestfall über vierzig neue digitale Lösungsideen zu drängenden Fragen der regionalen digitalen Transformation. Daneben erwarten die Beteiligten als Learning Outcomes unter anderem Verständnis für Problemstellungen und Lösungsideen anderer Fach- und Kompetenzbereiche.“

Abschließend präsentierten die Teams ihre Ergebnisse und Lösungsansätze im Plenum. Die besten Konzepte wurden von der Jury mit Dr. Mario Paul (Erster Bürgermeister in Lohr am Main), Professor Dr. Robert Grebner (Präsident der Hochschule Würzburg-Schweinfurt), Dr. Nina Höhne (Zentrum für Digitalisierung Bayern), Dr. Marianne Hock (Leitung Alte Schlosserei | Digitales Gründerzentrum Aschaffenburg) und Steffen Winkler (Vertreter des Netzwerkpartners Bosch Rexroth) ausgewählt und erhielten Auszeichnungen. Das Siegerteam wurde zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen im Juli mit dem Präsidenten der FHWS, den Dekanen der drei beteiligten Fakultäten sowie dem Ersten Bürgermeister der Stadt Lohr am Main, hier werden sie die Realisation ihrer Ideen ausführlich diskutieren können.