Blick in die sog. Aula, den größten Hörsaal am Standort Schweinfurt

Musiktherapie: Bundesweite Forschungsprojekte und Masterarbeitsergebnisse wurden präsentiert

13.03.2019 | fhws.de, Pressemeldung, FAS
Kinderonkologie: Neu entwickelte Interventionen tragen bei zur positiven Bewältigung gesundheitlich bedingter familiärer Herausforderungen

Eröffnet vom Vize-Präsidenten Forschung der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, Professor Dr. Jürgen Hartmann, Christian Kretzschmann von der Gesundheitsregion PLUS Würzburg und der Vorsitzenden der Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg e.V., Jana Lorenz-Eck, wurden auf dem Symposium der FHWS in Würzburg Ergebnisse des Forschungsprojektes zur Untersuchung von Interventionen für Geschwisterkinder krebskranker Kinder präsentiert. Dieses Projekt wurde finanziert mit Mitteln des Programms „Gesund.Leben.Bayern“ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege durch das Gesundheitsamt Würzburg und die Gesundheitsregion PLUS Stadt und Landkreis Würzburg sowie mit Mitteln der Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg e.V. Durchgeführt wurde das Projekt von der FHWS in Kooperation mit der Kinderonkologie der Kinderklinik des Universitätsklinikums Würzburg sowie mit dem Gesundheitsamt und der Gesundheitsregion PLUS Würzburg. Weitere Unterstützung gaben die Evangelische Studentengemeinde und das Kilianeum Würzburg.

Von Mitgliedern der FHWS wurden musiktherapeutische Interventionen zur Prävention von psychosozialen Belastungen von Geschwisterkindern krebskranker Kinder entwickelt und untersucht. Diese Interventionen wurden innerhalb eines Jahres für die Experimentalgruppe (fünf Mal à sieben Stunden an einem Tag jeweils, insgesamt 35 Stunden) zusätzlich zu den Angeboten der Elterninitiative durchgeführt. Die Kontrollgruppe nahm nur an den Angeboten der Elterninitiative teil.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung: Die entwickelten Interventionen tragen bei zur besseren positiven Bewältigung, einem breiteren Interesse, einer gemeinsamen Identifikation, einem stärkeren Selbstwerterleben, zur Begeisterung sowie zu signifikant verbesserten emotionsregulierenden Bewältigungsmechanismen, Ablenkungsstrategien und Situationskontrolle der Geschwisterkinder. Hinsichtlich eines in der bisherigen Forschungsliteratur zu findenden belasteten Familien- und Soziallebens zeigten die Experimental- und Kontrollgruppe keinen Unterschied. Hier scheinen die Angebote der Elterninitiative bereits entsprechende Wirkungen zu haben.

In Vorträgen wurden die Ergebnisse präsentiert, in einem Workshop konnten die entwickelten Interventionen direkt erlebt werden. Die Ergebnisse wurden in einem abschließenden Roundtable-Gespräch mit der Vorsitzenden der Elterninitiative sowie der Projekt-Kontaktperson des Psychosozialen Dienstes (PSD) der Kinderonkologie der Uniklinik Würzburg und allen Symposiums-Teilnehmern diskutiert. Die Elterninitiative bot daraufhin an, dieses von der FHWS entwickelte und untersuchte Angebot zu implementieren und zu finanzieren.

Außerdem präsentierten weitere Absolvierende des Masterstudiengangs Musiktherapie der FHWS Ergebnisse ihrer Masterarbeitsuntersuchungen. Diese waren fokussiert auf die Arbeit mit Kindern und Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASD). Dorea Eichler präsentierte z.B. eine Untersuchung einer von ihr entwickelten Intervention unter Einbeziehung von Vibro-Akustischer Therapie (VAT) für Erwachsene mit ASD mit den therapeutischen Zielstellungen der Aktivierung und der Beruhigung. Diese Untersuchung wurde in einem innovativen Zentrum für Erwachsene mit ASD in Nürnberg durchgeführt, deren Mitarbeiter und Betroffene am Symposium teilnahmen. Insgesamt waren zum Symposium 65 Teilnehmer aus ganz Deutschland gekommen, unter denen auch mehrere Gruppen Studierender weiterer deutscher Masterstudiengänge Musiktherapie waren.