Studierende der FHWS an Bohrmaschine, c Stefan Bausewein

Online-Tagung: Können, Wollen und Gefragtwerden - zum politischen Auftrag der sozialen Arbeit

28.09.2021 | fhws.de, Pressemeldung, FAS
Die FHWS beteiligte sich an internationaler Konferenz zum Thema „Kritik und Engagement in der Sozialen Arbeit“

Die Sozialarbeit hat einen politischen Auftrag – dieses Statement unterstützen nicht nur Professorinnen und Professoren, sondern auch Studierende. Im Rahmen der stärker werdenden Forschung und Internationalisierung an der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften (FAS) nahm Prof. Dr. Dieter Kulke im September an der internationalen Online-Tagung „Kritik und Engagement in der Sozialen Arbeit / Criticism and Commitment in Social Work“ der Sozialpädagogik der Universität Graz teil. Sie wurde in Kooperation mit der Sektion Sozialpädagogik der Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen und des International Consortium for Social Change, European Branch, durchgeführt.

Prof. Dr. Dieter Kulke, Professor für Soziologie an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, stellte in einer Session zusammen mit seinem Kollegen Tobias Kindler von der Ostschweizer Fachhochschule in St. Gallen Ergebnisse aus einem trinationalen Forschungsprojekt vor. An diesem ist auch die Professorin Dr. Iris Kohlfürst von der Fachhochschule Oberösterreich, Campus Linz, beteiligt. In diesem Projekt werden quantitative Befragungen zum politischen Auftrag Sozialer Arbeit und zur politischen Partizipation in der Sozialen Arbeit aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeführt. In ihrem Vortrag „Politisches Engagement in der Sozialen Arbeit. Einstellungen und Aktivität von Professionellen und Studierenden der Sozialen Arbeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ zeigten Kindler und Kulke auf, welche Einstellungen zu Politik und zu einem politischen Auftrag Studierende der Sozialen Arbeit haben.

Die Studierenden tragen den politischen Auftrag mit

Dabei wurde deutlich, dass die Studierenden weit überwiegend die fachlichen Grundlagen und professionellen Definitionen der Sozialen Arbeit, hin zu einem sozialen Wandel und größerer sozialer Gerechtigkeit, teilen und einen politischen Auftrag Sozialer Arbeit unterstützen. Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass – ganz in Übereinstimmung mit den größeren Partizipationschancen in der Schweiz – die Befragten dort deutlich mehr Engagement zeigten.

Auf der individuellen Ebene wird politisches Engagement nach den grundlegenden und vielfach bestätigten Erkenntnissen des Civic Voluntarism Models durch drei Punkte erleichtert:

  • Man muss können, also Wissen über Partizipationsformen haben;
  • man muss wollen, also politisch interessiert sein und sich Engagement zutrauen;
  • und man muss gefragt werden, also in soziale Netzwerke eingebunden sein.

Bei den Befragten aus der Sozialen Arbeit spielen dabei soziale Netzwerke die größte Rolle. Darüber hinaus ist auch die interne politische Wirksamkeit, die Überzeugung, über die notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen zu verfügen, sich gesellschaftlich und politisch zu engagieren, wichtig. Beides sind Faktoren, die im Studium gestärkt werden sollten, so Kulke. Politik werde für die Soziale Arbeit, gerade in Zeiten politischer Verunsicherung und zunehmender Risiken und Gefahren durch die Auswirkungen des Klimawandels, immer wichtiger werden.