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Personalmanagement: Sechzig Studierende präsentierten ihre Ergebnisse mit vier Projektfallgebern

02.08.2019 | fhws.de, Pressemeldung, FWiWi
Die Projektarbeit auf Basis der agilen Projektmanagementmethode „Scrum“ wird von Studierenden eingesetzt

Sechzig Studierende des Schwerpunktes Personalmanagement der Fakultät Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt präsentierten in ihrer Abschlussveranstaltung die Ergebnisse der Projekte mit vier Projektfallgebern. Professorin Dr. Christine Wegerich leitete den Schwerpunkt an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften. Ein Fokus liegt dabei auf der Anwendung der sogenannten agile Projektmethode „Scrum“. In jeweils zwanzig Minuten erläuterten die vier Teams ihre Projekteergebnisse und gaben den Projektfallgebern ergänzende Handlungsempfehlungen.

Ziel dieses Semesterprojektes ist es, den Studierenden eine wissenschaftliche, interdisziplinäre Handlungsfähigkeit durch ein projektorientiertes Vorgehen zu vermitteln. Sie nehmen aktuelle Fragestellungen der Wirtschaft auf und entwickeln im Team und unter konkreten Zeit- sowie Zielvorgaben, mit Modellen und Methoden individuelle Lösungsansätze in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus ganz Deutschland als jeweilige Projektfall-Geber.

Das Thema des ersten Teams lautete „Entwicklung von kreativen und innovativen Personalentwicklungselementen für unterschiedliche Mitarbeiterzielgruppen" mit dem Projektfallgeber Leica Camera AG. Nach der Vorstellung der Agenda stellten die beiden Studentinnen das Projektziel vor: die Entwicklung von fünf kreativen Personalentwicklungselementen sowie eines Laufbahnmodells. Auf Basis von Telefoninterviews mit 38 Teilnehmenden konnte festgehalten werden, welche Personalmaßnahmen im Unternehmen bereits Anwendung finden und welche Angebote zum internen Austausch offeriert werden. Anschließend entwickelte das Team weitere Elemente zur Personalentwicklung: Barcamp, ein 360° Grad Feedback, einen Fotowettbewerb, ein Gesundheitsmanagement- sowie ein Bonusprogramm. Das Laufbahnprogramm, das in Anlehnung an das Ulmer Kompetenzmodell konzipiert wurde, stellt die Schritte zur Erlangung in nächsthöhere Führungsebenen dar.

Das zweite Team mit dem Projektpartner Handelsverband Bayern beschäftigte sich mit der „Analyse der Möglichkeiten zur Integration von Flüchtlingen/Migranten in Handelsberufen“. Ausgehend von der These des Bezirksgeschäftsführers des Würzburger Handelsverbandes, Volker Wedde, dass „Handelsberufe zwar seit Jahren zu den beliebtesten Ausbildungszweigen gehören, jedoch gerade in ländlichen Räumen in Unterfranken ein erheblicher Bedarf an Fachkräften herrsche“, führte das studentische Team Befragungen mit 150 Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels bzw. -handwerks durch sowie mit dreißig geflüchteten Personen und Migranten. Nach Analyse und Auswertung der Interviews entwickelten sie ein Handbuch für Unternehmen, das künftig als Hilfestellung zur Beschäftigung von geflüchteten Personen dienen soll. Ergänzend entwickelten sie einen Flyer für Flüchtlinge mit den wichtigsten allgemeinen Hinweisen, um ihnen den Start in das Berufsleben zu vereinfachen.

Team 3 kooperierte mit „Bridges – Musik verbindet“ und hatte als Aufgabe die „Entwicklung von Konzepten für eine innovative Organisationsstruktur sowie zur Mitgliederbindung“. Um Musiker mit und ohne Flucht- und Migrationshintergrund zusammenzubringen, erstellten die Studierenden in einem ersten Schritt eine demokratische Struktur, ein festes Mitgliedschaftssystem zur Erhöhung des Zusammengehörigkeitsgefühls und listeten Hürden bei der digitalen Kommunikation auf. Sie befragten 57 Teilnehmer aus Chor und Orchester von Bridges und übergaben den Geschäftsführerinnen Johanna-Leonore Dahlhoff und Anke Karen Meyer eine detaillierte Übersicht an Handlungsempfehlungen. Im Bereich der Mitgliederbindung schlugen sie z.B. vor, Zusatzkonzerte anzubieten und feste Ansprechpartner zu wählen; im Bereich einer demokratischen Struktur führten sie u.a. die Idee eines sogenannten soziokratischen Führungskreises und eine Flexibilität der Arbeitskreise vor; im Bereich der Digitalisierung empfahlen sie die Entwicklung einer Bridges-App, PC-Schulungen oder die Einstellung eines Praktikanten.

In einer vierten Abschlusspräsentation stellten Studierende ihre Ergebnisse einer „Ist-Analyse zur Optimierung einer Employer Branding Strategie" mit dem Kooperationspartner FLYERALARM GmbH vor. Ausgehend von einem allgemeinen Fachkräftemangel sowie dem Wandel von einem Arbeitgeber- zu einem Arbeitnehmermarkt, bedürfe es einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Arbeitgebermarke, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Das Team führte eine empirische Erhebung mit mehr als zweihundert Passanten in der Innenstadt von Würzburg durch und gaben dem Team Handlungsempfehlungen. Bei den fünf entwickelten Handlungsempfehlungen handelt es sich um optimierte Werbemittel, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Tag der offenen Tür, Social Media Optimierung und Speed Recruiting.

Im Anschluss nutzten die Wirtschaftsvertreter, Gäste und die angehenden Wirtschaftswissenschaftler die Gelegenheit zu einem informellen wie persönlichen Austausch auf dem „Marktplatz“, an dem an Infowänden die Ergebnisse übersichtlich erläutert wurden und begleitende Projekthandbücher auslagen.