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Projektarbeit: Wie können Mensabesucher dazu veranlasst werden, sich die Hände zu desinfizieren?

02.07.2018 | fhws.de, Pressemeldung, FAS
Verhaltensorientierung: Sozialarbeiter beobachten Verhalten sowie die Änderung wissenschaftlich

Acht Studierende des Bachelorstudiengangs Angewandte Sozialwissenschaften an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt hatten sich im Rahmen eines verhaltensorientierten Projekts vorgenommen, Mensabesucher zum Händedesinfizieren zu veranlassen. Die Idee hierzu entstand unter dem Motto „Making this world a better place“, betreut von Professor Dr. Christoph Bördlein. Die jungen Sozialwissenschaftler arbeiteten mit Martin Zielke, Abteilungsleiter Hochschulgastronomie des Studentenwerks Würzburg, als Kooperationspartner zusammen.

In einem ersten Schritt wurden Spender mit Desinfektionsflüssigkeit bestellt, zwei für die Mensa, ein weiterer für die Burse, und diese installiert. In einem zweiten Schritt wurde die Zahl der Besucher festgehalten, die, ohne dass ein Hinweis auf die neuen Reinigungsmöglichkeiten gegeben wurde, sich die Hände desinfizierten: Sie lag in der Zeit von 12 bis 12.30 Uhr, in der rund dreihundert Gäste zum Essen kamen, bei rund zehn Prozent. Anschließend erstellten die Studierenden in einer ersten Interventionsphase ein Plakat mit Grafiken sowie den Angaben potentieller Gefahrenherde – 25.000 Viren, 4.000 Keime, 350.000 Bakterien – und hängten dies in den Eingangsbereich der Mensa. Erneut wurden die Nutzerzahlen gemessen: Sie lagen nun gut doppelt so hoch bei etwa 22 Prozent. Eine weitere Plakataktion mit einem neuen Poster hielt die Zahl konstant bei ca. 22 Prozent. Als die optischen Hinweise entfernt wurden, sank die Zahl auf 15 Prozent.

Über eine Online-Umfrage, die knapp achtzig Teilnehmer beantworteten, wurde die Möglichkeit des Desinfizierens der Hände als wichtig erachtet und befürwortet. Die acht Studierenden des sechsten Semesters machten in diesem Projekt Menschen auf ihre Verhaltensweisen aufmerksam und trugen über Interventionen zu einer Veränderung dieses Verhaltens bei. Sie wendeten wissenschaftliche Methoden sowie Messungen im öffentlichen Raum an und analysierten sie anschließend, um sie auszuwerten und zu einer Handlungsempfehlung zusammenzufassen.

Kerstin Njeri, Studentin des fachbezogenen Wahlpflichtfaches, erläuterte den Lerneffekt des Projekts: „Für uns Studierenden, die das Projekt gestalteten, war es eine wichtige und interessante Erfahrung, ein wissenschaftliches Projekt unter Anleitung und Unterstützung von Herrn Professor Bördlein selbstständig durchzuführen. Diese Erfahrung ist zugleich eine gute Vorbereitung für die nun anstehenden Bachelorarbeit.“