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Unternehmensgruppe Preh verlängert die Zusammenarbeit mit dem TTZ-EMO der FHWS

03.12.2018 | fhws.de, Pressemeldung, FE
Zwei Masterstudenten können ihre Forschung im Rahmen von Verbund-Promotionen vertiefen und ergänzen

Der Bad Neustädter Automobilzulieferer Preh verlängert sein Engagement beim Technologietransferzentrum Elektromobilität (TTZ-EMO), einem In-Institut der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, um weitere drei Jahre bis 2021. Ihren Anfang nahm die wissenschaftliche Kooperation Anfang 2010, als von der Bayerischen Staatsregierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Bayerns, Horst Seehofer, ein ländliches Strukturprogramm für die Region aufgelegt wurde. Bad Neustadt wurde als erste Modellstadt für Elektromobilität in Bayern gewählt: In Zusammenarbeit mit ortsansässigen Firmen, wie u.a. der Preh GmbH, sollte wissenschaftliches Know-how an den Standort gebracht werden.

Als sogenannter Drittmittelförderer finanziert Preh gemeinsam mit anderen Partnern eine Stiftungsprofessur und wissenschaftliche Mitarbeiter. Mit der für die nächsten drei Jahre verlängerten Finanzierung wird es Andreas Ziegler und David Oeser, zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern des TTZ-EMO, ermöglicht, eine Promotion anzuschließen.

Die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter konnten bereits ihre Masterarbeiten mit Unterstützung des Automobilzulieferers anfertigen. Die Forschungsarbeiten im Bereich von Systemen für das Batteriemanagement sind zum gegenseitigen Nutzen. Stiftungsprofessor Dr. Ansgar Ackva nennt ein konkretes Beispiel für die angewandte Forschung: „Wir haben im Rahmen der Masterarbeiten von Andreas Ziegler und David Oeser eine Batterie für ein Mountainbike beansprucht, wiederholt entladen und beladen, bis ans Ende der Lebensdauer. Danach konnten wir mit Hilfe von Preh in deren Computertomographen signifikante Veränderungen in den einzelnen Batteriezellen feststellen“.

„Erkenntnisse, die während dieser Forschungen erlangt wurden, helfen uns auch, um sie für unsere Zwecke zu nutzen“, ergänzt Dr. Joachim Wagner, Produktmanager E-Mobility bei Preh und Koordinator der Förderung. „Es ist jetzt nicht geplant, dass wir in den Bereich der E-Bikes einsteigen. Aber auch in diesem Segment wird ein intelligentes Batteriemanagement gebraucht, um die Reichweite und Lebensdauer zu optimieren. Letztendlich diente das E-Bike als ein Demonstrator, der uns hilfreiches Wissen für Batteriemanagementsysteme im Automobilbereich und andere Anwendungsgebiete eröffnet“, so Wagner weiter.

Diese Forschungsergebnisse haben Preh dazu bewogen, das Engagement beim TTZ-EMO zu verlängern. Für die beiden Promovenden musste ein geeigneter Doktorvater gefunden werden im Rahmen der sogenannten Verbund-Promotionen: Hochschulen für angewandte Wissenschaften können in Bayern keine Doktorgrade vergeben, dies ist ausschließlich Universitäten vorbehalten (Studienabschlüsse Promotion).

„Es ist nicht so einfach, eine geeignete Universität und einen Doktorvater für ein so spezielles Thema zu finden. Ich bin sehr froh und dankbar, mit Professor Daniel Montesinos-Miracle von der Polytechnischen Universität Katalonien (UPC) in Barcelona jetzt eine Zusage erhalten zu haben“, sagt Andreas Ziegler. Besonders freue ihn das Interesse von Preh; er sei sehr dankbar für die weiteren Förderungen, die ihm eine Promotion ermöglichen. Die Zusammenarbeit mit Preh mache ihm riesigen Spaß, da die Interessen immer in gleiche Richtungen gingen und Forschungsinhalte immer im gegenseitigen Austausch zu deckungsgleichen Meinungen führten, so Ziegler weiter.

Auch sein Kollege David Oeser sei sehr glücklich über die Möglichkeit, seine aus der Masterarbeit gewonnenen Erkenntnisse in einer Doktorarbeit zu vertiefen und zu ergänzen: „Wir haben ja innerhalb unserer Masterarbeit weitreichende Forschungserfahrungen sammeln können. Diese jetzt noch mit einer Promotion zu erweitern, reizt mich schon sehr.“

Darüber hinaus ist die FHWS mit ihrem TTZ-EMO sowie dem Institut für Energie- und Hochspannungstechnik (IEHT) eng mit den Nachbarhochschulen Aschaffenburg, Coburg und Nürnberg wissenschaftlich vernetzt. Im WiKE³, dem wissenschaftlichen Kolloquium für elektrische Energietechnik und Elektromobilität, forschen dort mehr als dreißig Doktoranden mit zehn Professoren gemeinsam an den Energiesystemen der Zukunft.