Studierende der FHWS, c Jonas Kron

Würzburger FHWS-Studierende realisieren eine Virtual-Reality-Anwendung der Synagoge Fürth

27.10.2020 | fhws.de, Pressemeldung, FKV
Geovisualisierung ermöglicht das virtuelle und interaktive Erlebnis eines vollständig zerstörten Ortes

Das Jüdische Museum Fürth präsentiert eine Virtual-Reality-Anwendung der Synagoge „Altschul“ als Dauerinstallation, die den Besucherinnen und Besuchern Einblicke in das jüdische Leben vor dem Zweiten Weltkrieg vermittelt. In Zusammenarbeit mit dem bundesweit einzigartigen Studiengang Geovisualisierung an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt sowie dem Lehrstuhl für Judaistik der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ist es gelungen, die in der Reichsprogromnacht 1938 vollständig zerstörte Synagoge digital zu rekonstruieren und eine derzeit einmalige, multimediale und interaktive Virtual-Reality-Anwendung (VR) zu realisieren.

Neben einer akribischen Rekonstruktion der Architektur stand die multimediale Wissensvermittlung jüdischen Lebens im Mittelpunkt des Projekts. Mit der VR-Brille können die Besucherinnen und Besucher des Fürther Museums nun die Synagoge virtuell mittels Teleportation begehen und dabei mit informellen Exponaten interagieren. Textliche und bildliche Informationen erläutern wichtige Bestandteile jüdischen Lebens und Glaubens, wie die Thora-Rolle oder das Shofar-Horn. Durch auditive Elemente wie Synagogalmusik, Chorgesänge oder ein Hörbuch zur „Rolle der Frau im Judentum“ wird zusätzlich der Grad der Immersion (des „Eintauchens“) in die virtuelle Welt erhöht.

Die VR-Anwendung stellt gerade für die Zielgruppe der jüngeren Besucherinnen und Besucher des Jüdischen Museums Fürth ein ideales Medium der Wissensvermittlung dar und liefert eine Grundlage für weitere virtuelle Begehungen musealer, kulturhistorischer Erlebnisräume.

Bereits in Planung sei eine virtuelle Begehung des umliegenden Synagogenhofes mit weiteren Haupt- und Nebengebäuden und die Erforschung der historischen Anlage, so Stefan Sauer (Fachlehrer im Studiengang Geovisualisierung). Die VR-Anwendung wird ab Mai 2021 in die Dauerausstellung des Jüdischen Museums Franken in Fürth integriert und kann anschließend von Interessierten genutzt werden.

abitur und studium: FHWS-Studierende realisieren eine Virtual-Reality-Anwendung der Synagoge Fürth

Main Post: Virtueller Rundgang durch die Synagoge