Zertifikatslehrgang Flüchtlingssozialarbeit

Der Zertifikatslehrgang Flüchtlingssozialarbeit ist ein auf die Soziale Arbeit mit Flüchtlingen ausgerichtetes, anwendungsbezogenes und berufsbegleitendes Weiterbildungsprogramm. Es werden Kompetenzen im Flüchtlings- und Migrationskontext als Handlungsfeld Sozialer Arbeit vermittelt. Auch die Arbeit mit der Aufnahmegesellschaft wird adressiert.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird neben Fach- und Anwendungswissen aus den Themenfeldern Interkulturalität, Pluralismus, Vulnerabilität, Psychologie, Pädagogik und Recht ein disziplinübergreifendes Grundverständnis für die Zusammenhänge von Flucht und Migration sowie für relevante internationale Strukturen, Akteure und Organisationen vermittelt. Sie werden befähigt, im Handlungsfeld Flucht, Migration und Integration selbstständig, koordinierend oder anleitend tätig zu sein. Sie lernen ressourcenorientiert gesellschaftliche Teilhabe auf der einen und Kohäsion auf der anderen Seite zu fördern sowie nachhaltige Handlungsoptionen zu identifizieren und zu verfolgen.

Auf einen Blick

Art des Angebots: Zertifikatslehrgang

Zulassungsvoraussetzungen: Ja (s. u.)

Unterrichtssprache: Deutsch

Abschluss: Hochschulzertifikat 30 ECTS

Beginn: Wintersemester 17/18 Module 1-3

Dauer: 12 Monate, berufsbegleitend

Standort: Würzburg

Fakultät: Angewandte Sozialwissenschaften (FAS)

Kosten: 2.500 Euro (Gesamtpaket: Module 1 bis 6), eine Einzelbelegung der Module ist möglich



Weiterführende Informationen

Unsere Zielgruppe sind Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen, Erzieher und Erzieherinnen, Heilerziehungspfleger und Heilerziehungspflegerinnen und Lehrer und Lehererinnen, die in dem Bereich der Flüchtlingssozialarbeit bereits beruflich tätig sind. Die Anforderungen der Arbeit mit der Zielgruppe der Flüchtlinge sind vielfältig und oftmals im grundständigen Studium und in der Ausbildung nicht ausreichend abbildbar. Vielfach wünschen sich Angehörige dieser Berufsgruppen deshalb eine anspruchsvolle und zugleich praxisorientierte Qualifizierung für ihre Arbeit. Hier setzt der Zertifikatslehrgang an. Er widmet sich intensiv der derzeit größten Herausforderung: der Betreuung unbegleiteter Minderjähriger.

Zulassungsvoraussetzungen

  • Der Nachweis eines erfolgreich abgeschlossenen Hochschulstudiums der Fachrichtung(en) Soziale Arbeit, Sozialwesen, Sozialarbeit oder Sozialpädagogik oder einer vergleichbaren Fachrichtung einer deutschen Hochschule oder eines gleichwertigen Abschlusses und anschließender hierzu einschlägiger, qualifizierter, hauptberuflicher Berufserfahrung von mindestens sechs Monaten; die Entscheidung über die Vergleichbarkeit der Fachrichtung und die Gleichwertigkeit des Abschlusses erfolgt nach den Maßstäben des Art. 63 Absatz 1 BayHSchG durch das Prüfungsgremium

oder

  • Der Nachweis einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Erzieher bzw. Erzieherin oder Heilerziehungspfleger bzw. Heilerziehungspflegerin oder einer vergleichbaren Berufsausbildung mit anschließender hiezu einschlägiger, qualifizierter, hauptberuflicher Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren.
  1. Neuer Schwerpunkt: Wirkung des rechtlichen Status

    Der Deutsche Jugendhilfetag in Düsseldorf Ende März hat gezeigt, welchen Einfluss der rechtliche Status der Migranten auf wirksame Sozialarbeit hat. Dies ist ein neues Input des Moduls:

    „Internationales, Europäisches und Nationales Migrations- und Flüchtlingsrecht“

     

  2. Besonders Wichtig: Interkulturelle Kompetenz

    Ob Multi-Kulti oder Leitkultur, Integration der allein 2015 zugewanderten 1,1 Millionen Menschen kann nur durch interkulturelle Kompetenz der Fachkräfte gelingen. Diese wird im Modul

    „Interkulturelle Kompetenz/Reflexivität  und Gendersensible Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“ vermittelt.

     

  3. Sprache als Schlüssel der Integration

    Wie einfache Sprache Integration ermöglich zeigen auch die Erfahrungen der praktischen Arbeit der letzten Jahre. Wo und wie deutsche Sprache erworben wird, wurde auch in Projekten dieses Zertifikatslehrgangs untersucht. Für Schule, Betrieb und Lebensraum bietet der Lehrgang Qualifikation, besonders im Modul

    „Kommunikation und Beratung in der Migrationsgesellschaft“.

     

  4. Kein Risiko eingehen: Wirksam Jugendhilfe leisten und Deradikalisieren

    Neue Forschungsergebnisse gibt es zur Frage der Integration von Flüchtlingsbetreuung im Rahmen bestehender Jugendhilfeangebote oder in spezifischen Flüchtlingsangeboten. Maßstab ist die gelingende Integration der Flüchtlinge in Schule, Beruf und Gesellschaft. Wirksame Jugendhilfe wird vermittelt im Modul

    „Ambulante und stationäre Kinder- und Jugendhilfe in der Migrationsgesellschaft“

    Um möglichen Radikalisierungen in Bayern entgegenzuwirken, wurde das „Netzwerk für Prävention und Deradikalisierung“ gegründet. Eine wesentliche Säule dieses Netzwerks ist das beim Bayerischen Landeskriminalamt eingerichtete „Kompetenzzentrum für Deradikalisierung“. Die Bundesregierung fördert Gewaltprävention mit dem Programm „Demokratie leben“. Das Jugendhilfemodul befasst sich mit dieser aktuellen Aufgabe.

     

  5. Neue Diagnostik für Flüchtlinge in der Jugendhilfe

    Seit 1.11.2015 werden unbegleitete Minderjährige nach ihrer Einreise vorläufig Inobhut genommen (§42a SGB VIII). Der kurze zeitliche Rahmen erfordert ein besonderes Clearingverfahren. Dies sollte nach der Verteilung der Flüchtlinge

    ergänzt werden. Eine besondere Qualifikation dafür erhält man im Modul

    „Jugendhilfe für unbegleitete Minderjährige“.

     

  6. Psychisch kranke Flüchtlinge benötigen qualifizierte Hilfe

    Die Zahl der psychisch Erkrankten unter Flüchtlingen um ein Mehrfaches höher ist als in der Allgemeinbevölkerung. Sie leiden Erhebungen zufolge bis zu zehnmal häufiger unter Angsterkrankungen, Depressionen oder einer PTBS. Krank machen sie aber nicht nur die brutalen Erlebnisse in der Heimat oder während der Flucht, auch das Leben in dem neuen Land belastet sie mitunter stark. Wie qualifiziert geholfen werden kann, vermittelt das Modul:

    „Umgang mit Krankheit und Trauma“.

    Das „Würzburger Modell der Kooperation von Jugendhilfe, Schule und Kinder- und Jugendpsychiatrie“ wird im Jugendhilfemodul erörtert.


    Weitere Informationen finden Sie im Modulhandbuch.

Bei erfolgreichem Bestehen der Modulabschlussprüfungen erhalten Sie das Zertifikat "Flüchtlingssozialarbeit" mit 30 ECTS, bei Einzelmodulen einen Teilnahmenachweis mit ECTS-Ausweis.

Im Wintersemester 2017/18 werden wieder die Module 1-3 des 1. Studienbereiches "Grundlagen der Migrationsarbeit" angeboten.

Änderungen vorbehalten.

Bitte nutzen Sie unser Online-Bewerbungsformular, um uns Ihre Bewerbungsunterlagen für die Teilnahme am Zertifikatslehrgang Flüchtlingssozialarbeit zu senden.

Die Teilnehmerzahl ist pro Lehrgang auf 30 Personen begrenzt.

Ansprechpartnerin für den Zertifikatslehrgang Flüchtlingssozialarbeit

Campus Weiterbildung
Marina Wetterich
Raum R.0.05
Randersackerer Str. 15
97072 Würzburg
Telefon +49 931 3511-8475
E-Mail marina.wetterich[at]fhws.de